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Von Citoyens, Citizens und Netizens...

Widerstand, Boykott gegen Machtwirtschaft

"Wir machen mobil"
muß es zukünftig heißen!!

Widerstand gegen Machtwirtschaft und Shareholder-Kapitalismus bewirkt nichts, wenn er nur von wenigen Gruppen ausgeht und nur innerhalb nationaler Grenzen entsteht. Er muß von großen gesellschaftlichen Gruppierungen wie den Kirchen und Gewerkschaften, auch von Teilen politischer Parteien mitgetragen werden, und vor allem: Er muß international, mindestens europaweit organisiert und massiv genug sein, um die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu lenken.

Das Internet ist das beste Medium, um öffentlichen Druck international zu organisieren. Wenn man schon einmal einen Linux-Computer hat, um Microsoft zu zeigen, was eine Harke ist, dann kann man diesen auch benutzen, um den Machtwirtschaftlern dieser Welt die rote Karte zu zeigen. Sich übers Internet national und international organisieren, übers Internet diskutieren und kommunizieren, politische Forderungen stellen - das ist der Königsweg zum Widerstand gegen die Machtwirtschaft.

Worte und öffentlicher Druck allein werden aber nicht reichen. Demonstrationen schaffen keine Arbeitsplätze, Informationen allein helfen keinem Obdachlosen, und der Ruf nach dem Staat verliert seinen Sinn, wenn der Staat an Macht, Geld und Einfluß verloren hat.

Darum muß man das, was nicht sein soll, selber verhindern, und was sein soll, daß muß man selber machen. Das ist meistens auch billiger, effizienter und schneller als die Ochsentour durch die Parlamente.

Angenommen eine Million Bundesbürger würde beschließen, gleich morgen früh ihre Girokonten bei ihren Banken zu kündigen und ab sofort ihre Geldgeschäfte über die Öko-Bank abzuwickeln - was würde geschehen? Ein gewaltiges Medienecho würde ausgelöst. Die Medien müßten über die Motive der Bankkunden berichten, über die Öko-Bank und über den Widerstand einer neuen sozialen Bewegung gegen die Machtwirtschaft. Daraufhin würde sich eine zweite Million von Bundesbürgern entschließen, ihrer Bank ade zu sagen und die Öko-Bank zu stärken. ....usw.

Bleibt nur die Frage: Was, außer einer gewissen Trägheit, hindert eine Million Bundesbürger daran, ihr Girokonto bei der Öko-Bank zu eröffnen? ..............

Angenommen, eine Million Bundesbürger würde beschließen, ab morgen keine Produkte des Unternehmen xy mehr zu kaufen, weil die Shareholder der Meinung sind, zwecks Value-Maximierung müßten ein paar tausend Leute entlassen werden, und mal angenommen, eine Million Bundesbürger würden bestimmte Zeitungen und Zeitschriften einfach nicht mehr kaufen, bestimmte TV-Sendungen nicht mehr sehen und bestimmte Sender einfach nicht mehr einschalten, ..........

Wenn sich jetzt jeder sagt, das sei illusorisch und das habe ja alles keinen Sinn und deshalb beteilige ich mich auch nicht daran, dann ist es tatsächlich illusorisch. Dann sollte man sich aber auch nicht mehr darüber beklagen, daß die Welt so ist, wie sie ist, und daß alles so läuft, wie es läuft.
[Quelle: Chr. Nürnberger, 1]








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