Auf dem nächsten Treffen der G8- Regierungschefs im Sommer 2007 in Heiligendamm soll der Umgang mit geistigem Eigentum einen Themenschwerpunkt bilden. Eine Erklärung des letzten G8-Gipfels im Juli d.J. in St. Petersburg gibt hier bereits die Richtung vor – gleich sieben Mal wird dort „Fälschungen“ und vermeintlicher „Piraterie“ der Kampf angesagt. Ein zentrales Problem bleibt jedoch in den Verlautbarungen der „wichtigsten Regierungschefs“ der Welt ausgeklammert: nämlich der in den letzten zehn Jahren massiv ausgeweitete Patent-, Sorten- und Markenschutz auf Medikamente sowie genetische Ressourcen, also Pflanzen, Tiere, Menschen und ihre Gene. Mit diesem Thema beschäftigen sich inzwischen nicht nur internationale Fachorganisationen der Landwirtschaft und Gesundheit (FAO, WHO etc.), sondern mit der „Konvention über die biologische Vielfalt“ (CBD) sowie dem TRIPS-Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO) existieren bereits völkerrechtlich verbindliche Verträge.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn bis dahin eine größere kritische Öffentlichkeit die Brisanz erkennt, die sich hinter dem Begriff „geistiges Eigentum“ verbirgt. —> Blätter für deutsche und internationale Politik 1 Joshua Wullweber, Das grüne Gold der Gene, Münster 2004.
2 Vgl. BUKO, Kampagne gegen Biopiraterie, Kaperbrief 1/2002, www.biopiraterie.de.
3 Vandana Shiva, Biopiraterie – Kolonialismus im 21. Jahrhundert, Münster 2002.
4 Vgl. John Braithwaite und Peter Drahos, Information Feudalism. Who owns the knowledge economy? London 2002.
5 Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights, Marrakesch, 1994, dt. Übersetzung in: BGBl II 1994, S. 1730-1748.
6 Vgl. Christoph Palme, Das Kartell der Grünen Gentechnik, in: „Blätter“ 4/2005, S. 463-473; ders., Grüne Gentechnik auf dem Vormarsch, in: „Blätter“ 5/2006, S. 527-531.
7 Vgl. Jay McGown, Out of Africa: Mysteries of Access and Benefit Sharing, 2006,www.edmonds- institute.org.
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