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Kurznotizen

Die innere Leere | Infantilisierung in der Fun-Gesellschaft  

Es ist schlimm mit der narzißtischen Brut...

weitere Indizien für eine Verrohung...

"Wenn die nationale Borniertheit überall widerlich ist, so wird sie namentlich in Deutschland ekelhaft, weil sie hier mit der Illusion, über die Nationalität und über alle wirklichen Interessen erhaben zu sein, denjenigen Nationalitäten entgegengehalten wird, die ihre nationale Borniertheit und ihr Beruhen auf wirklichen Interessen offen eingestehen."

Karl Marx/Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie

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>noch nicht fertig<


Zur Schaustellung

Die Tyrannei der Selbstdarstellung
Öffentlichkeit als Inszenierung

Wundert sich noch jemand oder haben wir uns schon daran gewöhnt? Die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem sind dabei zu verschwinden. Privates wird ohne Scheu öffentlich zur Schau gestellt. Ein alltäglicher Narzissmus treibt die Menschen auf kleine und große Bühnen. Gesehen werden erst heißt wirklich zu sein. Das erzeugt einen Sog zur Selbstdarstellung. Leben wir in einer narzisstischen Gesellschaft?
Zugleich versickert das Öffentliche im Privaten und Persönlichen. Die Mediendemokratie verändert die Erscheinungsweise von Politik. Die Darstellung von Personen tendiert dazu, die Inhalte von Politik zu ersetzen. Inszenierte Pseudoereignisse zielen auf emotionale Wirkung und treten an die Stelle des Streits um politische Konzepte. Das Medium ist die Botschaft. Eine neue Form des Populismus scheint sich anzubahnen.
Der amerikanische Soziologe Richard Sennett charakterisiert die öffentliche Kommunikation als »Tyrannei der Intimität« und vermeldet den Zerfall des öffentlichen Lebens. Auch wenn man nicht so weit gehen will, ist doch nicht zu verkennen, dass »das Öffentliche« neuartig in Szene gesetzt wird .

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Die Pose ist Ausdruck einer Entwicklung, in der Schmerz, Leid und Empathie für das eigene Erlebte, wie auch für das des anderen, nicht zur Grundlage des eigenen Selbst werden können. Man liebt sich für die Selbstdarstellung, nicht für das was man wirklich ist.
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Die Inszenierung des Authentischen in den Medien und in der Werbung korrespondiert mit der Verkünstlichung des eigentlichen Lebens und somit auch der privaten Identität. Das wirkliche Leben wird immer sprachloser und vergegenwärtigt sich seiner selbst in Form von Klischees und Erfahrungsschablonen, die einerseits von den Marken als den modernen Stiftern sozialer Orientierung, andererseits von den Medien, der Ratgeberliteratur und spirituellen Ersatzreligionen vorgegeben werden. Das Ideal des Privaten ist vom großen Kino a la Hollywood nicht weit entfernt, während die Illusion der Werbung und der Filme heute dokumentarischer sind als das Leben selbst.
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Es gibt Menschen, die lassen eine ganze Fernsehnation an ihrem Alltagsleben teilnehmen, denen Spaß im Leben alles bedeutet, für die Verantwortung aber ein Fremdwort ist. Verhalten sich so reife Erwachsene? Kulturkritiker und Psychotherapeuten beantworten diese Frage zunehmend negativ. Was aber bedeutet es heute, »erwachsen« zu sein? Um in unseren schwierigen, postmodernen Zeiten einen eigenen Standpunkt zu finden, brauchen wir neue Schlüsselqualifikationen. Wie können wir diese in einer Gesellschaft erwerben, der es an Selbstdarstellern nicht mangelt, wohl aber an wirklichen »erwachsenen« Vorbildern?
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Nietzsche sagte Ende des 19. Jahrhunderts voraus, es kämen die tollsten und interessantesten Zeiten herauf, in denen Rollen spielende Schauspieler die eigentlichen Herren seien. Dadurch werde schließlich ein anderer Typ Mensch unmöglich gemacht: Die großen Baumeister. Die bauende Kraft verschwinde und der Mut, auf lange Fernen Pläne zu machen, erlahme. Manfred Rommel, über viele Jahre an verantwortlicher Stelle in der Politik wirkend und für seine engagierten öffentlichen Reden mit dem Dolf-Sternberger-Preis ausgezeichnet, erkennt eine deutliche »Unlust zu Dingen, die nicht applausverdächtig sind«
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Vorträge im Rahmen der
Ravensburger Waaghausgespräche 2001
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
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