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Versuch und Irrtum: Der Mensch: Fehlschlag der... | Union der Narren
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XY-Aktenzeichen: Probleme ungelöst!
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XY- Das Drama Mensch nimmt seinen Lauf...
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Verursacht wird dieses unvernünftige Verhalten durch ein entwicklungsgeschichtliches Handikap. Angesichts der zunehmenden Komplexität unseres Daseins auf der Erde kann das ursprünglich für ganz andere Aufgaben entstandene Gehirn keine Lösungen für einen wirklich harmonischen und ausgewogenen Fortschritt mehr finden, der das Bewährte bewahrt und das Neue erst auf seinen langfristigen Nutzen hin untersucht, bevor es ihm vertraut.
Vor allem: es kann die Wechselwirkung, Abhängigkeiten und Verflechtungen zwischen den vielfältigen Lebensbereichen in unserer übervölkerten Welt nicht mehr durchschauen. Unser Dasein auf der Erde beginnt, von einer komplizierten Eigengesetzlichkeit bewegt zu werden, und unsere Eingriffsmöglichkeiten in seine Mechanik werden immer geringer.
Zu der Zeit, da unsere Vorfahren "von den Bäumen stiegen" und das Gehirn sich zu vergrößern begann, gab es Probleme, wie wir sie heute haben, nicht. Darum erübrigt sich auch ein Körperteil mit der Fähigkeit zuihrer Lösung. Bis vor 100 000 Jahren, so könnte man sagen, entsprach die Umweltsituaition noch der Gehirnpotenz des Menschen. Auch später, bis in die nachchristliche Zeit hinein, blieb das Gehirn einigermaßen Herr der Lage. Dann aber, mit der von ihm selbst bewirkten und stürmischen Entwicklung von Technik, Wissenschaft und Industrie, mit der Bevölkerungsexplosion und den ebenso stürmisch wachsenden Umweltgefahren, kam auch für das Gehirn die Stunde der Wahrheit. Statt allmählich, ging die nun einsetzende Entwicklung viel zu schnell für ein Organ, das sich seit den Tagen des Neandertalers nicht mehr verändert hat, das Zeit braucht, um sich anzupassen, das sich vielleicht gar nicht mehr verändern kann und das nun die Verwicklungen nicht mehr übersieht, die ihm aus den Errungenschaften seines "Geistes" erwachsen sind. Deshalb sehen wir uns heute vor so uferlosen Schwierigkeiten, darum machen wir so vieles falsch. Mit unserem Gehirn können wir uns - trotz all seiner erworbenen Leistungskapazität - nicht anders verhalten als der Steuermann in unbekannten Gewässern, der seinen Zielpunkt am fernen Ufer zwar ansteuert, aber nicht weiß, wie viele und wie starke Kräfte ihn unterwegs von seinem Kurs noch abringen werden, welchen Wind er bekommen wird und welche Wasserströmungen auf ihn lauern. Weil dieser Mann das alles nicht weiß - sonst würde er möglicherweise einen anderen Kurs steuern - darum tut er das Naheliegendste, das Primitivste, freilich auch das Falsche: er sucht die einfache, die rasche Lösung mit dem direkten Kurs.
Überall stoßen wir auf die Folgen menschlicher Unfähigkeit, auf Taten, die zwar schnell realisierbaren Gewinn bedeuten und dem Wirtschaftswachstum dienten, auf lange Sicht aber die Lebensgrundlagen des Menschen - und nicht nur seine - gefährdeten.
Offenbar haben wir es so augenfälligen Lehren der Vergangenheit zum Trotz nicht vermocht, haushälterisch mit den Naturschätzen umzugehen. Wir betrachten unseren Planeten nicht als pflegebedürftige Heimstatt, sondern als Ausbeutungsobjekt, und bemerken nicht, daß wir den Ast absägen, auf dem wir sitzen. Wir sehen die Erde als wohlfeilen Großmarkt, aus dessen Regalen wir uns nach Belieben befriedigen können, ganz gleich, ob der Nachschub funktioniert und ob die nach uns Kommenden noch genug für ihren Bedarf vorfinden - einen Bedarf, der mit zunehmender Erdbevölkerung fortwährend wächst.
Wir schütteln zwar die Köpfe über die einstigen Griechen, Römer und Spanier, die ihre Wälder einstmals kahlgeschlagen und dafür kargen Boden geerntet haben. Noch fassungsloser werden unsere Nachkommen darüber sein, auf welche Weise die heute lebenden Menschen mit den Naturvorräten umgegangen sind. Daß wir uns - beispielsweise - einen Individualverkehr geleistet haben mit Kraftfahrzeugen von 150 PS und mehr, die bis zu 30 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchten: 15 Kubikmeter und mehr blechumbauten Raumes je Automobil für oft nur einen einzigen Insassen - ja, daß wir es fertiggebracht haben, zum bloßen Vergnügen mit solchen Fortbewegungsmitteln umherzufahren und Benzin zu vergeuden, die Luft zu verpesten und mit dem erzeugten Lärm anderen auf die Nerven zu fallen.
So offensichtlich das Instinktlose solchen Fahrverhaltens heute ist, so beklemmend ist der Gedanke daran, daß es sich just aus dem uralten Instinkt der Jagdleidenschaft unserer Urahnen herleitet. Kein Kraut scheint gegen die Unvernunft am Steuer gewachsen zu sein, nicht Strafandrohung und nicht das teurer werdende Benzin.
Der Satz, daß das Auto ein Multiplikator für Charakter und Temperament des Fahres sei, trifft leider zu, und er gilt vor allem für die labilen Gemüter. Für viele unter ihnen ist das Auto viel weniger Fortbewegungsmittel als Statussymbol. Es erfüllt seinen Zweck um so besser, je schneller es ist, je rasanter es aussieht und je mehr raubkatzenhafte Kraft sein Tank erfüllt.
Wer noch Sinn für eine unberührte Natur hat, wird nicht selten als komischer Außenseiter betrachtet. Sein mehr ökologisches Denken steht im Gegensatz zum Konformismus des Konsumbeflissenen, der sich dem "Fortschritt" verschrieben hat. Weiter siehe: Die Probleme sind davongeeilt (B.R.)
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