Patienten, die Bibliotherapie im 10-wöchigen Einsatz als therapeutische Begleitmaßnahme erhielten, schilderten insbesondere Verbesserungen im emotionalen Befinden. Die Bibliotherapie wurde von den Patienten als hilfreich erlebt. In der Wartezeit auf einen Therapieplatz vorgegeben erlebten die Patienten bereits erste Veränderungen im emotionalen, körperlichen und kognitiven Bereich, die jedoch nicht so bedeutend waren wie in den Therapiebedingungen. Die Heilkraft von Büchern nutzen lernen
"Je mehr ich las, um so enger wurden meine Beziehungen zur Welt, um so leuchtender und bedeutsamer wurde für mich das Leben." (Maxim Gorki)
Ein Buch kann entspannen, beruhigen, trösten, ermutigen, ein guter Berater sein, auch aufwühlen und betroffen machen. Es vermittelt Perspektiven und bietet Lösungswege an. Das Buch kann in Zeiten der Krise, der Krankheit und Trauer ein treuer Begleiter sein. Daher wird gezielt in der psychologischen Betreuung Kranker das Medium Buch seit vielen Jahren eingesetzt.
Geistig-seelische Schwerpunkte zu setzen, ist eines der Ziele der Bibliotherapie, etwa um eine gründliche Auseinandersetzung mit einer Sache, einem Ereignis oder dem eigenen/fremden Schicksal herbeizuführen. Lesen kann Sammlung, Ruhe, Erholung und Muße ermöglichen, die sich wohltuend auf die körperliche Verfassung auswirken.
Bibliotherapie - Poetry-Therapy, wie sie in den USA genannt wird - ist die Anwendung von Texten für therapeutische Zwecke. Sie gehört als Kreativitätstherapie in die Nähe von Kunst- und Ausdruckstherapien. Man hat bei der Bibliotherapie zwischen Schreiben und Lesen zu unterscheiden; in beiden Fällen geht es um kreativen Umgang mit Sprache. Wir beschränken uns hier auf das therapeutische Lesen.
Empfehlenswert ist das Lesen ausgewählter Bücher u.a. in folgenden Situationen:
- Krise
- Leiden
- Schuld/Vergebung
- Angst
- Tod
- Einsamkeit
- Alter/Abschied
Literatur zur Bibliotherapie: Doris Wolf Bibliotherapie in der psychotherapeutischen Praxis Der Einfluß des therapiebegleitenden Lesens auf kognitive Variablen und körperliches Befinden
Rolf Merkle Bibliotherapie Der Einfluß des therapiebegleitenden Lesens auf das emotionale Befinden bei ambulant behandelten Patienten
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