Depressionen
Notizen zur Psychologie
Psychotherapie
Streßwelt
Wenn Arbeit krank macht
Therapien + Methoden

Logotherapie | Biosynthese  

Bioenergetik III

Bioenergetische Therapie

Bioenergetische Therapie (”Bioenergetik”) nach Alexander Lowen

eine tiefenpsychologisch fundierte, körperorientierte Psychotherapie

“Bioenergetik ist ein Weg, die Persönlichkeit vom Körper und seinen energetischen Prozessen her zu verstehen. Diese Prozesse, d. h. die Energieproduktion durch Atmung und Stoffwechsel und die Entladung der Energie in Bewegung sind die grundlegenden Vorgänge des Lebens… Bioenergetik ist auch eine Therapieform. Sie verbindet Körperarbeit mit Arbeit an Geist und Gefühl, um emotionale Probleme zu lösen und die vorhandenen Kräfte zur Freude und Lebenslust freizusetzen.”

Alexander Lowen

Grundlage der Bioenergetischen Analyse ist die enge Verflechtung geistig-seelischer und körperlicher Vorgänge: Die wichtigsten Lebenserfahrungen finden nicht nur in der Seele sondern auch im Körper des Menschern ihren Niederschlag und beeinflussen Haltung, Beweglichkeit, Atmung, Ausdruck und Verhalten. Die therapeutische Arbeit mit dem Körper kann deshalb für die Bearbeitung psychischer Probleme nutzbar gemacht werden.

Die “Bioenergetik” hat sich aus der Psychoanalyse heraus entwickelt. Der Freud-Schüler Wilhelm Reich hat in den 30er Jahren direkte Arbeit mit dem Körper in die psychotherapeutische Technik aufgenommen. Unter der Bezeichnung “Vegetotherapie” hat er insbesondere an der Vertiefung und Befreiung des Atems gearbeitet, um damit die Fähigkeit zum emotionalen Erleben zu verbessern. Reichs Schüler Alexander Lowen und John Pierrakos haben daran anknüpfend das als Bioenergetische Analyse bezeichnete Verfahren entwickelt. Hierbei werden aktive Körpertechniken z.B. zur Dehnung chronisch verspannter Muskelgruppen, zur Aufladung und Abfuhr von Energie, zur Vertiefung des Atems und zur Befreiung des Ausdrucks eingesetzt und in eine tiefenpsychologische Bearbeitung der dabei auftretenden Gefühle und Assoziationen eingebunden.

Im Laufe der Zeit hat sich die Bioenergetische Analyse weiterentwickelt. Heute wird vor allem dem bewußten Umgang mit der therapeutischen Beziehung größere Aufmerksamkeit gewidmet.

Generell kann man sich das Zusammenwirken von Körperarbeit und verbaler, analytischer Arbeit so vorstellen, dass der bioenergetische Therapeut mit der Körperarbeit über eine zweite Sprache verfügt, in der er neben der verbalen Sprache mit dem Patienten kommunizieren kann. Während der Patient in den körperlichen Aktionen seine grundlegenden Muster zeigt, in denen er mit der Welt bzw. mit seinen bedeutsamen Bezugspersonen in Kontakt tritt, kann der Therapeut auf der körperlichen Ebene antworten, indem er Halt gibt, bestätigt, ermutigt, Widerstand bietet oder frustriert. Hierdurch entsteht ein körpereigener Dialog, der je nach momentaner Fähigkeit oder Bereitschaft des Patienten die verbale Kommunikation ergänzt, ersetzt oder begleitet.

Diese “zweite Sprache” eignet sich für den Patienten erfahrungsgemäß gut dazu, an seinen vorsprachlichen Erfahrungen anzuknüpfen und seine frühkindlichen Beziehungsmuster wiedererlebbar werden zu lassen. Es gelingt hierdurch häufig einfacher als in einer rein verbalen Therapie, recht bald auf eine hinreichend tiefe Erlebnisebene zu kommen, auf der die Grundstruktur der aktuellen Problematik oder Störung sichtbar wird und bearbeitet werden kann.

Der Therapeut wählt bei seinen körperbezogenen Angeboten je nach aktueller Thematik aus zwischen

* sanften und eher stillen Arbeitsweisen, bei denen die Entwicklung der inneren Achtsamkeit und Selbstannahme im Vordergrund steht,
* den klassichen bioenergetischen, aktiven Körpertechniken, und
* körperbezogenen Experimenten, die die augenblicklichen oder generalisierten Beziehungsmuster erlebbar werden lassen.

Ferner bringt jeder Therapeut je nach eigenem Hintergrund zusätzliche Elemente aus anderen Therapierichtungen wie z.B. Psychoanalyse, Gestalttherapie, Hakomi, Hypnotherapie oder systemischer Familientherapie in die Arbeit ein.
siehe auch Bioenergetik unter der Rubrik ORGON-Wissenschaft


Datenschutzerklärung Webseiten-Index Sitemap Rechtshinweise Kontakt Impressum