Er ist nicht einmal mehr Herr seiner Freizeit, auf deren Erweiterung man einst so große Hoffnungen gesetzt hat und die er sich nun passiv von einer spezifischen Freizeitindustrie gestalten läßt. Darüber verlernt er nicht nur das Vermögen, zu meditieren und sich in der Stille auf sich selbst zu konzentrieren; auch von seinem Denkvermögen macht er zunehmend weniger Gebrauch.
Er läßt in der Regel diejenigen diese hochnotpeinliche Aufgabe für sich übernehmen, die vorgeben, dazu von Amts wegen berufen zu sein. Ganz allgemein unterwirft er sich bedenkenlos der Diktatur eines von der Öffentlichkeit sanktionierten Lebensstils, schon um Erfolg, Karriere und soziales Prestige nicht aufs Spiel zu setzen. Daß dabei die menschliche Würde auf der Strecke bleibt, die sich am deutlichsten in der geistigen Autonomie des einzelnen dokumentiert, ist leicht einzusehen.