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Der Mensch in der Revolte | Angst und Hoffnung
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Analytik des modernen Subjekts
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Michel Foucaults
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Michel Foucaults Analytik des modernen Subjekts
1. Subjekt, Macht und Wissen
Foucaults Interesse richtet sich vor allem darauf, wie Menschen in unserer Kultur zu Subjektenwerden, d.h. wie die jeweiligen historischen handelnden, herrschenden und beherrschten Individuen mit ihrem entsprechenden Selbstverständnis entstehen. Er geht davon aus, daß der Verlauf der Geschichte weder von einem Individual- noch von einem Kollektivsubjekt gemacht wird, sondern umgekehrt ist es die Geschichte, die die Subjekte erst hervorbringt.
Nach Foucault sind es spezifische Strukturen, die die Individuen, ihr Denken, Fühlen und Handeln und die damit verbundene Identität erzeugen. Wobei diese Strukturen wiederum - letzlich bewußtlos - durch das menschliche Handeln konstituiert werden. Das bedeutet nun zum einen, daß die Vorstellungen von einem autonomen vorgesellschaftlichen Subjekt, von abstrakt unabhängigem Denken und freiem Willen, Fiktionen sind. Fiktionen, die der bürgerlichen Welt angehören. (Im Gegensatz dazu etwa sah sich die Bevölkerung traditioneller agrarischer bzw. feudaler Systeme - ob nun Bauersleute, KönigInnen oder Pfaffen -, als mehr oder weniger blinde Werkzeuge der GöttInnen bzw. des einen Gottes.)
Andererseits aber ist das moderne Individuum, das sich so selbstbestimmt dünkt und wahrnimmt, geschichtlich produzierte Realität. Es sind dies real existierende Subjekte, die jedes Gegenüber und sich selbst als Objekt behandeln. Daß diese vermeintlich autonomen Subjekte zudem strukturell männlich sind, dazu sagt Foucault relativ wenig, bzw. bestimmt er dies nicht durchgängig als grundlegendes Prinzip der bürgerlichen Gesellschaft.
Die Analyse von Macht nimmt eine wichtige Stelle in Foucaults Forschungen ein, denn es sind für ihn die entsprechenden Machttechniken, die der ťFormung des modernen IndividuumsŤ (Dreyfus/Rabinow 1987, S.149) zugrunde liegen. Macht ist ihm dabei kein unveränderliches Prinzip, sondern er richtet seine Aufmerksamkeit auf den historischen Wandel, dem sie unterliegt.
Foucault spricht nicht von �der" Macht schlechthin, sondern er will die verschiedenen historischen Problemlagen erfassen, die mit dem Auftauchen spezifischer Machtformen verbunden sind. Seine Machtanalyse stellt sich quer zu üblichen Machttheorien, die von einer Unterdrückungdes Menschen ausgehen, die ausschließlich von "oben" nach "unten" verläuft und so nur negativ wirkt.
In diesen Repressionstheorien fungiert das Subjekt einerseits als Ausgangspunkt und andererseits als Widerpart der Macht. Am Beispiel der These von der Unterdrückung der Sexualität wäre dieser Widerpart ein Subjekt, welches sich durch eine vermeintlich ursprüngliche, "natürliche" Sexualität auszeichnet; die bekannten "Triebe" etwa, die dann angeblich von den sogenannten "Herrschenden", aus Gründen des Eigennutzes oder zwecks Machtstreben, unterdrückt würden.
Foucault ordnet nun diese Repressionshypothesen in einen historischen Zusammenhang ein. Er zeigt, daß sie sich vor allem aus der Zeit des Feudalismus und des Absolutismus (16./17. Jhd.) speisen und faßt sie zusammen in einer Theorie der Souveränität. Das Souveränitätsverhältnis kennzeichnete ein im großen und ganzen festgefügtes System feudaler bzw. absolutistischer Herrschaft. Alle Theorien der Repression, der personifizierten Herrschaft von oben nach unten, sind nach Foucault in diesem System von Souveränität verfangen.
Im 17./18. Jahrhundert, mit dem fortschreitenden Aufstieg des Bürgertums und dem Entstehen des Industriekapitalismus entwickelte sich aber eine völlig andere Art von Machtmechanismus, der mit dem Souveränitätsprinzip unvereinbar ist. Der neue Machttyp hat einen entschieden dynamischen Charakter. Er konserviert nicht die Verhältnisse in einem relativ statischen Zustand, wie er für die feudale Ordnung kennzeichnend war, sondern durchdringt die Gesellschaft und die Individuen bis in die feinsten Bereiche und auf immer differenziertere Weise. Während die Regel des Souveräns das absolute Gesetz war, ist die Regel der modernen Macht die Norm. Es sind die verinnerlichten Normen, die auf den Disziplinen der (Human-) Wissenschaft (vor allem Medizin bzw. Psychologie und Pädagogik) aufbauen, auf denen die Ordnung und das Funktionieren der bürgerlichen Gesellschaft beruhen.
Zwar gibt es auch in der bürgerlichen Gesellschaft Repression, nur wird diese hier zum Bestandteil des neuen Machttyps, den Foucault als Disziplinarmacht bezeichnet. Die Disziplinarmacht gehört nach Foucault zur Ordnung der Beziehungen. Was er zeigen will ist, wie und daß Macht von unten kommend aufgenommen wird. Die Herrschaft in den bürgerlichen Demokratien basiert auf den Erscheinungen, Techniken und Verfahren von Macht auf ihrer lokalen Ebene, in der Familie, am Arbeitsplatz, in den verschiedensten Institutionen etc. Diese unmittelbaren Kraftverhältnisse werden von ťglobaleren Phänomenen besetzt und annektiertŤ (Foucault 1978, S.84).
Im Begriff des Dispositivs faßt Foucault die verschiedenen Anknüpfungsbereiche der Macht zusammen. Das Dispositiv fungiert als Struktur zur Bündelung der Macht, ist sowohl deren vielfältiges Mittel als auch ihr Ausdruck. Foucault beschreibt es als ť... ein entschieden heterogenes Ensemble, das Diskurse, Institutionen, architekturale Einrichtungen, reglementierende Entscheidungen, Gesetze, administrative Maßnahmen, wissenschaftliche Aussagen, philosophische, moralische oder philanthropische Lehrsätze, kurz: Gesagtes ebensowohl wie Ungesagtes umfaßt.Ť (ebd., S.119f)
Diese als Netz verbundenen Elemente des Dispositivs bilden vorherrschende Strukturen, die ihrerseits in Form von Regeln Antworten auf dringende gesellschaftliche Probleme und Sachlagen bereitstellen. Es existiert dabei aber kein Subjekt, das denkend und wollend hinterdem Ganzen agieren würde. Die Individuen handeln zwar, doch ihre Taten gehen eigene Wege. Das Handeln formiert sich - über vielerlei Umwege und Wirrungen - in Bezug auf ein gesellschaftlich entstandenes Ziel (vgl. Foucault 1978, S.134) und das Subjekt ist ein dadurch entstehender, den Regeln der Norm gehorchender Effekt.
Die theoretische Basis der Norm(en) sind die verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft. Sie konstruieren das Subjekt, indem sie "natürliche" Regeln, Merkmale und Abläufe produzieren (z.B. die Biologie), die als allgemeine gesellschaftliche Wahrheiten funktionieren. Foucault versteht unter Wahrheit also nicht Sachverhalte oder Zustände, die zu entdecken und als ewige, übergeschichtliche Wahrheiten zu akzeptieren wären, sondern er begreift Wahrheit als gesellschaftliche Konstruktion. In der bürgerlichen Gesellschaft ist die Wahrheit ťum die Form des wissenschaftlichen Diskurses und die Institutionen, die ihn produzieren, zentriertŤ (ebd., S.52).
So kreierten erst die (Human-)Wissenschaften ein System verinnerlichter (geschlechtlicher) Identitäten und Normen; eine Subjektivität, die die notwendige Zustimmung zu den Verkehrsformen der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer funktionalen Werte immer schon in sich trägt. Der wissenschaftliche Diskurs, der als Transportmittel der Macht beinahe alles durchdrungen hat, ist so seinerseits wiederum eine Quelle von Macht als "natürlicher" Norm. Eine Macht, die ihrem Wesen nach von produktiver Art ist.
Gerade darin liegt ihr Erfolg und ihre Bosheit: ťDer Grund dafür, daß die Macht herrscht, daß man sie akzeptiert, liegt ganz einfach darin, daß sie nicht nur als neinsagende Gewalt auf uns lastet, sondern in Wirklichkeit die Körper durchdringt, Dinge produziert, Lust verursacht, Wissen hervorbringt, Diskurse produziert; man muß sie als ein produktives Netz auffassen, das den ganzen sozialen Körper überzieht und nicht so sehr als negative Instanz, deren Funktion in der Unterdrückung besteht.Ť (ebd., S.35) Die Erfindung der Sexualität ist nach Foucault ein zentraler Ausdruck für den produktiven Charakter der Disziplinarmacht. 2. Die Produktion der Sexualität
Sexualität entstand als Produkt des Wahrheitsdiskurses der Humanwissenschaften, beginnend im 18. Jahrhundert. Demnach ist sie ťnicht als eine Naturgegebenheit zu begreifen, welche niederzuzwingen die Macht sich bemüht, und auch nicht als ein Schattenreich, den [sic] das Wissen allmählich zu entschleiern suchtŤ (Foucault 1977, S.127f).
Sexualität ist keine zeitlose Triebkraft, die der Macht von Natur aus aufsässig gegenübersteht. Ganz im Gegenteil funktioniert Sexualität als produktives Medium moderner Normalisierungsmacht: ť"Sexualität" ist der Name, den man einem geschichtlichen Dispositiv geben kann. Die Sexualität ist keine zugrundeliegende Realität, die nur schwer zu erfassen ist, sondern ein großes Oberflächennetz, auf dem sich die Stimulierung der Körper, die Intensivierung der Lüste, die Anreizung zum Diskurs, die Formierung der Erkenntnisse, die Verstärkung der Kontrollen und der Widerstände in einigen großen Wissens- und Machtstrategien miteinander verketten.Ť (ebd., S.128)
Dieses Oberflächennetz - das Sexualitätsdispositiv - stellt eine zentrale Schnittstelle für die Konstitution des modernen Subjekts dar. Es handelte sich um die Selbstbejahung des zur herrschenden Klasse aufsteigenden (männlichen!) Bürgertums; in Abgrenzung gegen den feudalen Adel auf der einen Seite und das bäuerliche und proletarische Volk auf der anderen. Die Organisation eines sexuellen Körpers, dessen Stärke, Gesundheit und Fortbestand, war dem Bürger ein Zeichen seiner Überlegenheit und diente ihm als Mittel seine neue Vorherrschaft sicherzustellen.
Demzufolge wurde die Sexualität auch keinesweges zur Einschränkung und Unterdrückung der Lust der anderen Schichten benutzt, sondern ťdie rigorosesten Techniken wurden zunächst in den ökonomisch privilegierten und politisch führenden Klassen entwickelt und vor allem mit der größten Intensität eingesetztŤ (ebd., S.144f).
Es war aber nicht nur ein sexueller Klassenkörper, der als Vergegenständlichung bürgerlicher Dominanz geschaffen wurde; es war dies vor allem auch ein männlicher Geschlechterkörper. Diesen formierten die (männlich besetzten) Humanwissenschaften, allen voran die Medizin, zuerst einmal negativ, über die Konstruktion seines Gegenteils, des Weiblichen: ťDie Person, die als erste vom Sexualitätsdispositiv besetzt wurde und als eine der ersten sexualisiert wurde, war die "müßige" Frau zwischen der "großen Welt", in der sie einen Wert darstellte, und der Familie, in der ihr zahlreiche neue eheliche und elterliche Pflichten zugewiesen wurden;Ť (Foucault 1977, S.145)
Innerhalb der bürgerlichen Welt war es die Frau, die als negative Selbstvergewisserung männlicher Subjektivität, Gesundheit und Stärke entworfen wurde. Das weibliche Geschlecht wurde so zur letztlich krankhaften Verkörperung des schlechthin Sexuellen. Auf diese Weise wurde sie zugänglich für die medizinischen Praktiken und Untersuchungen: Die moderne Frau entstand als erstes Forschungsobjekt der sich daran konstituierenden Wissenschaften um die Sexualität (vgl. ebd., S.126).
Weitere Schritte der Sexualisierung waren der Krieg gegen die kindliche Onanie, die Regulierung des Fortpflanzungsverhaltens und die Psychiatrisierung der "perversen Lust", vor allem der Homosexualität (vgl. ebd., S.126f).
Die Sexualität war also erst einmal eine Sache des Bürgertums. Erst mit der allmählichen Durchsetztung und Verallgemeinerung bürgerlicher Verhältnisse durchdrang sie schließlich die gesamte Gesellschaft und damit auch die anderen Schichten. Sexualität wurde so zu demzentralen Moment moderner Individualität, sei diese nun hetero- oder homosexuell. 3. Gesellschaftliches Handeln nach Foucault
Die Frage nach dem durch die Normalisierungsmacht erzeugten modernen Subjekt war für Foucault nicht zu trennen von der Frage nach dem Widerstand gegen diese Macht. Die Tragik des Widerstandes liegt aber gerade darin, selbst strukturell notwendiger Bestandteil der Macht zu sein. So wie jede Medaille ihre zwei Seiten haben muß, treten Macht und Widerstand immer gemeinsam und aufeinander bezogen auf: Es gibt keine Macht ohne Widerstand, ťdoch oder vielmehr gerade deswegen liegt der Widerstand niemals außerhalb der MachtŤ (Foucault 1977, S.116).
Vor allem wenn Widerstand vereinheitlicht wird oder beginnt, sich hierarchisch zu strukturieren, ist er von der Macht bereits eingeholt; wird er selber zum Träger und Ausgangspunkt normierender Macht. Die Widersprüchlichkeit und Schwierigkeit der Widerstände liegt darin, daß sie auf denselben Prinzipien beruhen, wie die Macht. Der produktive Charakter der Normalisierungsmacht bringt die Widerstände gleichsam mit hervor, indem er sie als Abweichungen konstruierend benennt, um sie alsbald in positiver oder negativer Form zu integrieren. Deshalb gibt es kein Außerhalb der Macht und kein drumherum. Vielleicht auch darum Foucaults moralischer Appell, sich nicht in die Macht zu verlieben (vgl. ebd., S.230).
Ein Appell, der angesichts dieser umfassenden und sich verschleiernden Disziplinarmacht allerdings auf schwachen Füßen steht. Doch daß es heute kein Außerhalb gibt, heißt nicht, daß kein Jenseits davon möglich wäre. Foucault selbst begreift ja Macht als etwas Historisches, wenn er die Überformung und Ablösung des Souveränitätsverhältnisses durch die bürgerliche Normalisierungsgesellschaft beschreibt.
Und wenn das Subjekt, das bisher als vorausgesetzter Widerpart fungierte und in dieser Rolle für die Revolution zuständig war, sich als Produkt und VermittlerIn moderner Macht herausgestellt hat, vielleicht müssen die Individuen dann eben durch die(se) Subjektivität hindurch, um zu einem Jenseits davon zu gelangen.
Foucault begibt sich auf diese Spur, indem er die Wege und Wirkungsweisen der Macht be-handelt. In seiner Ablehnung jeglicher Etikettierung, im Aufgreifen von scheinbar nebensächlichen Thematiken, die plötzlich neue gesellschaftliche Räume und Sichtweisen eröffnen, mit der Weigerung, sich identitär festnageln zu lassen, setzt er sich immer wieder zwischen alle Stühle. Selbst Produkt bürgerlicher Entwicklung und Normierung, versucht er sich aufzumachen.
Foucault ließ sich in seinem Kampf gegen die Normalität auf keine Position festlegen, in keine Hierarchie einordnen. Ausgehend von vielfältigen Widerständen wechselte er immer wieder Standort und Blickwinkel. Um alle vermeintlichen Wahrheiten und Identitäten zu hinterfragen und demontieren, bezog er nie von einer festgestellten Position des Wissens aus Stellung.
Es ist klar, daß das Subjekt, wenn es die Normalität verlassen will, nicht in seiner alten Form bestehen bleiben kann. Gerade darauf will Foucault hinaus, wenn er formuliert: ťVerlange von der Politik nicht die Wiederherstellung der "Rechte" des Individuums, so wie die Philosophie sie definiert hat! Das Individuum ist das Produkt der Macht. Viel nötiger ist es, zu "ent-individualisieren", und zwar mittels Multiplikation und Verschiebung, mittels diverser Kombinationen. Die Gruppe darf kein organisches Band sein, das hierarchisierte Individuen vereinigt, sondern soll ein dauernder Generator der Ent-Individualisierung sein.Ť (ebd., S.229f)
Erkennbar wird unserer Auffassung nach die Machtstruktur - auch im Subjekt - erst in ihrer Krise. Nicht umsonst gilt Foucault als Philosoph der Post-Moderne. Wenn die von ihm beschriebene Disziplinarmacht Funktionsprinzip der bürgerlichen Gesellschaft ist, dann birgt der ťKollaps der ModernisierungŤ (Kurz 1994) durch das Brüchigwerden der Struktur, die Chance, Subjekt und entsprechende Macht hinter sich zu lassen. Dazu ist es aber notwendig, daß die Leute nicht nur wissen, was sie tun, wissen, warum sie das tun, was sie tun, sondern, daß sie auch wissen, was ihr Tun tut (vgl. Dreyfus/Rabinow 1987, S.219).
Nur dann wird folgende Aussage von Foucault zur sinnvollen Perspektive: ťIch bin mir dessen voll bewußt, daß ich niemals etwas anderes geschrieben habe als fictions. Ich will nicht sagen, daß das außerhalb von Wahrheit liegt. Es scheint mir die Möglichkeit zu geben, die Fiktion in der Wahrheit zum Arbeiten zu bringen, mit einem Fiktions-Diskurs Wahrheitswirkungen hervorzurufen und so zu erreichen, daß der Wahrheitsdiskurs etwas hervorruft, "fabriziert", was noch nicht existiert, also "fingiert". Man "fingiert" Geschichte von einer politischen Realität aus, die sie wahr macht, man fingiert eine Politik, die noch nicht existiert, von einer historischen Wahrheit aus.Ť (Foucault 1978, S.117)
Judith Butlers Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" stellt einen Versuch dar, die foucaultsche Subjekt- und Machtanalytik "zum Arbeiten zu bringen". In erster Linie geht es ihr darum, die (Zwangshetero-)Sexualität bzw. die über und durch das Sexualitätsdispositiv konstruierten modernen geschlechtlichen Subjektivitäten genauer zu erfassen und zu begreifen. Darauf aufbauend, will sie in der Ausschau nach Möglichkeiten der Dekonstruktion, Sexualität und die entsprechenden sexuellen Identitäten hinter sich lassen. Literatur:
Dreyfus/Rabinow/Foucault: Jenseits von Strukturalismus und Hermeneutik. Frankfurt/Main 1987 Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt/Main 1971 Foucault, Michel: Archäologie des Wissens. Frankfurt/Main 1973 Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1. Frankfurt/Main 1977 Foucault, Michel: Dispositive der Macht. Berlin 1978 Foucault, Michel: Von der Subversion des Wissens. Frankfurt/Main 1987 Foucault, Michel: Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt/Main 1991 Foucault, Michel: Der Mensch ist ein Erfahrungstier. Frankfurt/Main 1996 Kurz, Robert: Der Kollaps der Modernisierung. Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie. Leipzig 1994 Reich, Wilhelm: Die Entdeckung des Orgons I. Die Funktion des Orgasmus. Franfurt/Main 1972 Schiwy, Günther: Der französische Strukturalismus. Reinbek 1969 Schiwy, Günther: Poststrukturalismus und ŤNeue Philosophenť. Reinbek 1978 [Quelle / Zitiert nach: http://www.archivtiger.de]
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