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Analytik des modernen Subjekts | Die Lage des Menschen ist die...
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Angst und Hoffnung
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Der moderne Mensch ist entwurzelt
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Angst und Hoffnung sind die zwei Haltungen, die den Menschen, der seine Entwurzelung spürt, bestimmen.
Die Angst läßt ihn fragen: „Wo habe ich noch einen Platz in der Welt?“ Hoffnung lässt ihm noch die Aussicht auf eine Antwort, die ihm Heimat versprechen soll. Die Gefährdung des Individuums ist ein Resultat der Krisen einer Gesellschaft, die immer wieder eine Folge von Rezessionen und Wirtschaftskrisen hervorbringt. Die Lösung der Krise aus wirtschaftlicher Sicht hat zur Folge, dass auf Grund von Rationalisierungen und Automatisierungen der Lebensraum und eine für den Mensch sinnvolle Tätigkeit weiter eingeschränkt werden. Die Philosophie dieses Jahrhunderts sucht Antwort…
Auf die Fragen und Probleme der Zeit, denen sich der Mensch gegenübergestellt sieht. Heidegger und Jaspers haben letztlich den Ausweg allein in einer Umkehr nach innen, aus der Kraft des Existierens gewonnen wird, gefunden. Bloch und Sartre meinen ihn nur dort zu finden, wo der Mensch sein Schicksal selbst in die Hand nimmt. Beide kommen dabei auf Karl Marx und seine Theorie der Entfremdung und der der Bewegung in der Geschichte der Menschheit zurück. Diese Rückkehr zu Marx ist für die 60er Jahre in Europa ein auffallender Schritt. Dabei unterscheidet sich dieser bewusst von der Anwendung der Marxschen Theorie in den real existierenden Ländern, indem er das Augenmerk auf das Individuum als Subjekt der Geschichte legt, was sich besonders in den frühen Schriften von Marx ausdrückt. Neben Sartre ist es in Frankreich besonders Henri Lefèbvre, der versucht, in seiner „Kritik des täglichen Lebens“ Formen der Entfremdung und ihrer Verfestigung durch die Macht der herrschenden Ideologien aufzuspüren. „Das tägliche Leben“ ist der Ort, wo die Entfremdung für den Menschen in jeder Minute erfahren werden kann. In Italien ist vor allem Rosanna Rossanda auf der Suche nach Ideen und Modellen des Bruchs der Menschen mit der verwalteten Welt. In Ungarn ist es die „Budapester Schule“ und da vor allem Agnes Heller, die das Verhältnis der philosophischen Theorie von Marx zu den Bedürfnissen des einzelnen Menschen untersucht. Philosophie als Kritik des Bestehenden – Marcuse, Horkheimer, Adorno
Dieses Aufgreifen des Kerns der marxistischen Philosophie, der die Situation des Individuums beschreibt und ihn der Entfremdung entreißen will, läuft parallel zu der Bewegung, die Mitte der 60er Jahre die USA und die Länder Europas ergreift und gemeinhin als Studentenrevolte[*] bezeichnet wird. In einem gegenseitigen Prozeß greift sie durch ihre Praxis wieder auf sie ein. Ein deutscher Philosoph, der dieser Bewegung deutliche Impulse gegeben hat, ist Herbert Marcuse (1898 – 1979). Er entstammt wie Max Horkheimer (1895 – 1973) und Theodor W. Adorno (1903 – 1969), dem Frankfurter Institut für Sozialforschung, das nach 1933 in New York seine Arbeit weiterführt und die „Kritische Theorie“ [i] entwickelt, die im Deutschland der 60er Jahre als „Frankfurter Schule“ Zentrum für eine neue Sicht der Philosophie Marx´wird und daraus eine eigenständige Theorie und Kritik entwickelt. Marcuse versucht, Erkenntnisse der Psychoanlyse Sigmund Freuds mit den Ideen von Marx zu verbinden und stellt dann fest, daß es die „technologisch fortgeschrittenen Leistungsgesellschaften“ seien, die in Ost und West einen neuen Typ des entfremdeten Menschen hervorgebracht haben, den „eindimensionalen Menschen“[1], der seine Entfremdung so sehr akzeptiert, daß er „euphorisch ist im Unglück“. Er ist in seine Entfremdung derart eingebunden, daß er kaum noch in der Lage ist, seine Umgebung in Frage zu stellen, vielmehr ist er bereit, seine eigene „Regression“ (Unterdrückung) noch selbst zu leiten. Das Ich ist unter dem Druck, den die ganze Industrie der Ideologie einschließlich der Kultur als „ideelle Reproduktion“ der materiellen Gesellschaft, die insofern affirmativ (bestätigend) ist, auf ihn ausübt, nicht mehr imstande, „sich als ein Selbst zu erhalten“.
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