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Die Lage des Menschen ist die...

Entfremdung

Marcuse, Horkheimer, Adorno
Die Lage des Menschen ist die, ...

Daß er sich in einer „eindimensionalen statischen Identifikation mit dem verwalteten Realitätsprinzip“ befindet. Marcuse will damit sagen, daß der Mensch aus der Identifizierung mit der Fremdbestimmung nicht mehr ausbrechen könne. Die Toleranz, die einmal Errungenschaft der Aufklärung gewesen ist, gestatte dem Menschen nur noch eine Spielwiese „gleichgeschalteter“ Freizeitbetätigungen. „Die erwiesene Toleranz ist trügerisch ... ist pervertiert worden.“ Sie ist eine „repressive Toleranz“ geworden, wie Marcuse in seiner „Kritik der reinen Toleranz“ (1966) schreibt.





Nur der junge Mensch, der noch nicht gänzlich integriert ist, der das Spiel noch nicht mitspielt, hat die Chance zu einem „autonomen Denken“, aus dem er Versuche der Befreiung starten kann.
Kritische Theorie

Die Begründer der „Kritischen Theorie“1, Horkheimer und Adorno, haben diese beiden bei Marcuse angesprochenen Themen „die Rolle des Individuums in der westlichen Welt“ und „die Pervertierung der Gedanken der Aufklärung“ in das Zentrum ihrer Philosophie gestellt

Die „Kritische Theorie“ ist im „Frankfurter Institut für Sozialforschung“ entstanden aus einem Verfahren, das sozialwissenschaftliche Untersuchungen von Gesellschaft und Individuum verbunden hat mit den philosophischen Überlegungen dazu, wie das Indiiduum aus seiner Eingebundenheit in einer nicht von ihm geprägten Ordnung herauskommen kann.

Dabei hat Horkheimer den „Aufstieg und Niedergang des Individuums“ untersucht und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen: „Die Krise der Vernunft manifestiert sich in der Krise des Individuums, als dessen Agens (Handlung) Vernunft sich entwickelt hat. Die Illusion, die die traditionelle Philosophie über das Individuum und die Vernunft gehegt hat – die Illusion ihrer Ewigkeit – ist im Begriff zu zergehen. Das Individuum faßte einmal die Vernunft ausschließlich als ein Instrument des Selbst. Jetzt erfährt es die Kehrseite seiner Selbstvergottung.
Die Maschine hat den Piloten abgeworfen; sie rast blind in den Raum.
Im Augenblick ihrer Vollendung ist die Vernunft irrational und dumm geworden.







1Die Kritische Theorie versteht sich als Philosophie, die durch ihre Kritik verhindern will, daß der Mensch sich an seine Entfremdung gewöhnt. Sie greift auf den Begriff der Entfremdung zurück, wie ihn Marx als Entzweiung zwischen Welt und Mensch beschreibt. Adorno und Horkheimer zeigen auf, wie die moderne Industriegesellschaft als ursprünglich nicht gewolltes Kind der Aufklärung diese Entfremdung nicht nur vergrößert, sondern auch in den Köpfen der entfremdeten Menschen die Entfremdung als Scheinfreiheit verankert.


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