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Der Mensch ist das, wozu er sich macht

Sartre und Camus

„Tue etwas! Handle! Was immer Du machst, die Verantwortung liegt bei Dir!“
Erst das Engagement des Menschen schafft seine wahre Existenz. „Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht“, ist der erste Grundsatz des Existentialismus, den Jean-Paul Sartre (1905 – 1980) in „Ist der Existentialismus ein Humanismus?“ (1946) festlegt.



Im Krieg entdeckt er die Hölle im Menschen. Die Feststellung „die Hölle, das sind die anderen“ ist zugleich die Bedingung der eigenen Existenz.



1938 schreibt er seinen Roman „Der Ekel“, dann sein erstes philosophisches Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ (1943) und sein Drama „Die Fliegen“ (1943)



Sartre versuchte in seinem Drama „Die Fliegen“ den Menschen das Bewußtsein ihrer Freiheit näherzubringen: Die Menschen sind frei, aber sie wissen es nicht.



„Die Welt an sich hat keinen Sinn, erst der handelnde Mensch verleiht ihn ihr“ (A. Camus)

Von ähnlichen Gedanken geht Sartre aus, doch erst mit seiner Hinwendung zum Marxismus wird ihm völlig deutlich, daß die individuelle Revolte ohne den anderen des Sinns entbehrt, denn „tätig sein, heißt das Antlitz der Erde verändern“, was nur durch den revolutionären Akt möglich sei.



Ausgangspunkt der Philosophie Sartres ist die Feststellung Dostojewskijs: „Wenn Gott nicht existierte, so wäre alles erlaubt.“ Sartre schließt, da Gott tot sei, sei alles erlaubt, und so sei der Mensch verlassen in der Welt. Er ist vorerst nur Existenz, ohne Essenz (Wesen). „Der Mensch ist verurteilt frei zu sein und „da er einmal in die Welt geworfen, für alles verantwortlich, was er tut.“. Diese Freiheit verurteilt ihn dazu, ein „Entwurf“ zu sein, „der sich subjektiv lebt anstatt nur ein Schaum zu sein ... oder ein Blumenkohl“.

Also ist der Mensch das, wozu er sich in seinem Entwurf macht. Es gibt nur „Hoffnung im Handeln“, was Sartre in dem Essay „Ist der Existentialismus ein Humanismus?“ zu der Folgerung und Antwort führt: „Der Mensch ist nichts anderes als sein Leben“.



Der Erkenntnis der Dialektik von Entfremdung und Freiheit des Menschen muß die Praxis des Entwurfs folgen. Es muß der permanente Bruch des Menschen zu seiner gegebenen Situation einsetzen, um „ein ganz anderer zu sein“



In seinem Werk: „Das Sein und das Nichts – Versuch einer phänomenologischen Ontologie“ gebraucht Sartre viele Neologismen, die zum Teil der Terminologie Hegels, Husserls und Heideggers nachgebildet sind. Zugegebenermaßen ist dieses 1152 Seiten Werk auch für einen Geübten nicht gerade flüssig zu lesen.



In seinem letzten Interview kurz vor seinem Tod stellte er fest: „Einerseits bleibe ich bei der Ansicht, daß das Leben eines Menschen sich schließlich als Scheitern herausstellt... Andererseits habe ich seit 1945 mehr und mehr gedacht ...daß eine wesentliche Entscheidung jeder Handlung die Hoffnung ist ... Ich sterbe in Hoffnung.“ (Dem Prinzip Hoffnung hat Bloch gleich drei Bände gewidmet: „Das Prinzip Hoffnung“)



Der Existentialismus Sartres ist vielleicht der radikalste Versuch der Philosophie des 20. Jh., die Frage nach dem Sein zu stellen, die Krise des der Welt entfremdeten Menschen zu denken, andererseits ihn aber auch dieser entfremdeten Welt zu entreißen.



1952 streitet sich Sartre mit dem Schrifsteller Albert Camus (1913 – 1960) dem zweiten wichtigen Vertreter des französischen Existentialismus, über die Frage des Engagements. Camus bezeichnet in „Der Mensch in der Revolte“ (1951) diese als den einzig möglichen persönlichen Akt der Freiheit,
während Sartre vor allem in seiner Wendung zum Marxismus die Revolution als den notwendigen Akt zur Freiheit sieht.




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