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Erlebnisgesellschaft
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Persönlichkeitstheorien und Gutachten
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Persönlichkeitstheorien und Charakter
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In der Psychologie gibt es eine ganze Palette von Persönlichkeitstheorien und Charaktertheorien.
„Ist es schon nicht einfach, genau zu definieren, was eine Theorie der Persönlichkeit konstituiert, so kommt man noch schwerer zu einer Übereinkunft darüber, welcher dieser Theorien die bedeutendsten sind.
Inhaltliche Unterschiede zwischen Persönlichkeitstheorien reflektieren die Hauptprobleme, die in diesem Gebiet anhängig sind.
[Calvin S.Hall/ Gardner Lindzey: Theorien der Persönlichkeit, Band 1+2, 1978][]
Dabei zeigt sich, daß die Fülle persönlichkeitspsychologischer Ansätze drei verschiedenen Modellen vom „Wesen” des Menschen zugeordnet werden kann: dem mechanistischen, dem organismischen und dem dialektischen Modell.
[Klaus A. Schneewind: Persönlichkeitstheorien, Band 1+2 , 1982][]
„Wiewohl der Tiefenpsychologe neben den üblichen Ausdruckserscheinungen neurotische und psychosomatische Symptome, Träume, Fehlleistungen, freie Assoziationen, lebensgeschichtliche Berichte und Übertragungsphänomene als Material zur Verfügung hat, sind seine Charakterdiagnosen keineswegs über jeden Zweifel erhaben und können oft genug in die Irre führen. Die wichtigste und in keiner Weise auszuschaltende Fehlerquelle liegt in der Persönlichkeit des Beurteilers, in seiner eigenen Charakterstruktur. Diese bestimmt nämlich, was er an seinem Exploranden wahrnehmen (tendenziöse Wahrnehmung) kann und wie er diese Eindrücke gemäß seinen persönlichen Motivationen, Gefühlen, Vorurteilen und Lebensanschauungen einzuordnen versucht”. (29)
„Und diese Subjektivität des Therapeuten kommt nicht erst bei genauerer Beurteilung des Patienten zum Tragen. Sie determiniert bereits das „Erfahrungsfeld”, das in der psychotherapeutischen Situation selbst gegeben ist. Die Persönlichkeit des Patienten ist ja keine feste Größe, die sich immer in derselben Weise kundtut (wie etwa ein Stein immer ein Kilo schwer ist). Wie sich ein Charakter manifestiert ist durchaus abhängig von der zwischenmenschlichen Lage, in der er sich befindet. So kommt es, daß derselbe Patient bei zwei verschiedenen Therapeuten ganz andere Kindheitserinnerungen zutage fördert, andereTräume träumt, andere Phantasien entwickelt und in andere Stimmungen und Gefühle versetzt wird.(29/30)
[Josef Rattner: Menschenkunde durch Charakterkunde, 1.Aufl., 1983][]
„Die Ausbildungsgeschichte, die ein Gutachter durchlaufen hat, wendet das diagnostische Denken in bestimmte Richtungen”. (13)
„Das Gutachten soll so angelegt werden, daß es den Probanden als Individuum charakterisiert”. (29)
„Daß auch die These vom theoriefreien Gebrauch von Persönlichkeitseigenschaften nicht schlüssig ist, läßt sich noch rascher erweisen. (40)
„Was die These über das gutachterliche Urteil betrifft, so ist einzuräumen, daß der konkrete Urteilsverlauf komplizierter und undurchschaubarer verläuft, als es ein (persönlichkeits-) theoretisches Schema erkennen läßt. (41)
„Im Gutachten interessieren nicht die Prozesse, die „im Kopfe” des Gutachters ablaufen. Was einzig interessiert, ist die formale Urteilsstruktur: die aber muß die Erkenntnisschritte transparent machen (41)
„Für den konkreten gutachterlichen Urteilsgang werden Anleihen bei verschiedenen Persönlichkeitssystemen gemacht: ein Eklektizismus, den die Lage der Diagnostik erzwingt (also eine Not, keine Tugend). (43)
[ Hermann-Josef Fisseni: Persönlichkeitsbeurteilung - Zur Theorie und Praxis des psychologischen Gutachtens, 1982][]
Persönlichkeitspsychologie”, „Psychodiagnostik” und „Psychotherapie” basiert auf der These des „verlorengegangenen Zusammenhangs” zwischen den genannten Teildisziplinen. Am Beispiel tiefenpsychologischer Schulen, eigenschaftstheoretischer Persönlichkeitsmodelle und der Verhaltenstherapie wird zunächst die zunehmende Auflösung der Einheit von Theorie, Diagnostik und Therapie demonstriert. (6)
[Manfred Amelang u.a.: Brennpunkte der Persönlichkeitsforschung, Band 1, 1984][]
„Die Mannheimer Untersuchung konnte zeigen, daß die Diskrepanzen nicht auf eine unterschiedliche Zusammensetzung der Patienten, sondern auf verschiedenartigen diagnostischen Gewohnheiten der Ärzte beruhte. (17)
„Keinesfalls gesichert scheint es dagegen, daß unterschiedliche Untersucher die gleichen Patienten diesen Diagnosen zuordnen. Die oben genannten Schwankungen der Erkrankungsraten zwischen 1% und 64 % in epidemiologischen Studien weisen ebenfalls auch auf dieses Problem der Fallidentifikation hin”
„...., was die Psychiatrie bereits 10 Jahre früher zu sehen bekam: Die diagnostischen Gewohnheiten des einzelnen Untersuchers sind in starkem Maße von seiner Zugehörigkeit zu einer wissenschaftlichen Schule, zu regionalen oder nationalen Arbeitsgruppen und nicht zuletzt von seiner ganz individuellen Persönlichkeitsstruktur abhängig. (17) „Alle diese Einflüsse sind mitentscheidend dafür, was ein Untersucher an seinen Patienten als beobachtenswert ansieht und was er als krank oder gesund einschätzt.
Damit bleibt unklar, auf was sich Untersucher und Therapeut eigentlich beziehen, wenn sie ihre neurotischen und psychosomatischen Patienten schildern. Das gilt für den einzelnen Fallbericht ebenso wie für wissenschaftliche Untersuchungen. ( 17)
„So steht auf der einen Seite die Erfahrung, daß immer, wenn Menschen einander beschreiben und beurteilen, sehr subjektive Gefühlseinstellungen und Wertungen einfließen. Das psychodynamische Vorgehen, gibt nach allem, was bisher darüber erwähnt wurde, dieser Subjektivität breiten Raum. (70)
[Gerd Rudolf: Untersuchung und Befund bei Neurosen und Psychosomatischen Erkrankungen, 1981)[]
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