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Schlafmangel stört ... | Schlaf bringt nicht Vergessen, sondern Erinnern
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Vorausschauende Selbsterkenntnis im Gehirn
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Wahrnehmung von Reizen
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Von anderen gekitzelt zu werden, kann Menschen schier um den Verstand bringen. Warum man sich dagegen nicht selbst kitzeln kann, haben englische und kanadische Neurowissenschaftler näher untersucht. Schon beim Ausführen einer Handlung scheint das Gehirn deren Folgen abzuschätzen und eingehende Sinnesreize entsprechend zu ignorieren.
Zweck dieser Reizdämpfung könnte es sein, die Wahrnehmung von Reizen mit externen Ursachen zu verstärken, schreiben Paul Bays vom University College London und seine Kollegen im Fachblatt "PLoS Biology". Bislang sei jedoch nicht klar gewesen, ob das Gehirn dabei vorausschauend oder retrospektiv - auf Basis aller eingehenden Signale - arbeite.
Bei den Versuchen der Forscher mussten 20 Teilnehmer immer wieder mit dem rechten Zeigefinger auf einen Drucksensor tippen. Dieser löste einen Hebelmechanismus aus, der wiederum mit konstanter Stärke auf den linken Zeigefinger tippte. Vergingen zwischen Sensordruck und Hebelaktion weniger als 0,3 Sekunden, erschien der mechanische Fingerdruck den Teilnehmern rund 30 Prozent schwächer als bei längeren Abständen. Erstaunlicherweise funktionierte diese Dämpfung auch dann, wenn mitunter der Drucksensor aus der Bahn des rechten Zeigefingers geklappt wurde und dennoch zum passenden Zeitpunkt der Hebel in Aktion trat.
Dieses Phänomen zeigt nach Ansicht der Forscher, dass die Reizdämpfung im Gehirn vorausschauend arbeitet. Möglicherweise spielten Störungen dieses Mechanismus auch bei Schizophrenie eine Rolle, so Bays' Kollege Randy Flanagan von der Queen's University im kanadischen Hamilton. Wenn das Gehirn durch eigene Handlungen bedingte Sinnesreize nicht hinreichend aussiebe, schreibe es diese vielleicht äußeren Einflüssen zu.
Forschung: Paul M. Bays und Daniel M. Wolpert, Sobell Department of Motor Neuroscience, Institute of Neurology, University College London; Randall Flanagan, Department of Psychology und Centre for Neuroscience Studies, Queen's University, Kingston, Ontario
Veröffentlicht in PLoS Biology, Vol. 4(2), DOI 10.1371/journal.pbio.0040028
WWW: Sobell Department of Motor Neuroscience, ION-UCL Cognition & Action Laboratory, Randy Flanagan Reafferenzprinzip A Construction of Our Brain?
siehe auch:Neigen Menschen zur fürsorglichen Selbsttäuschung
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